Dass Tübingen eine Studentenstadt ist, merkt man vom ersten Augenblick, wenn mit oder ohne Klingelwarnung Radfahrer aus allen Richtungen vorbeischießen. Man muss höllisch aufpassen, nicht über den Haufen gefahren zu werden. In Tübingen huldigt man den hurtigen Radlern sogar mit einer Skulptur:

Selbst die Verkehrsführung hat sich dem vorherrschenden Verkehrsmittel angepasst: Busspur rechts, Radspur mittig, links dürfen dann die Autos, oder so…





Aber wir haben den Fußmarsch zu einem wirklich ungewöhnlichen Museum unbeschadet überstanden: dem Boxenstopp Museum.






Untergebracht in einem ehemaligen Omnibusbetriebshof, vereint es auf rund 1.500 Quadratmetern Oldtimer, Motorräder, Fahrräder und eine beeindruckende Spielzeugsammlung. Das Besondere: Statt hinter Absperrungen stehen die Exponate zum Greifen nah – Besucher können die Fahrzeuge und Raritäten aus nächster Nähe bestaunen und ausprobieren.
Zu den Highlights zählen der einzigartige Lloyd-Weltrekordwagen „Weiße Maus“, historische Renn- und Sportwagen, ein Lotus Eleven Les Mans, ein Dragster mit 8 Liter Motor sowie liebevoll gestaltete Puppenstuben, Modelleisenbahnen und funktionierende Dampfmaschinen.






Mit mehr als 2.000 Exponaten begeistert das Museum nicht nur Technikfans, sondern auch alle, die nostalgisches Spielzeug und detailverliebte Miniaturwelten mögen.
Eintritt für Erw.: 9 Euro
Das angeschlossene Bistro hat den Retro-Charme voll integriert.




Gegen Mittag ging es weiter zur Stocherkahnfahrt.
Gebucht hatte ich diese letztlich online beim Tourismusverband. Nachdem ich die Stocherkahn-Studenten nach deren kryptischen Buchungsbestätigung doch wieder storniert hatte.

Die Kähne, die ein wenig an überdimensionale Gondeln in Venedig erinnern, haben eine lange Tradition und die Fahrten sind bei Touristen und Einheimischen gleichermassen beliebt. Sagte zumindest unser Stocher-Gondoliere, ein gebürtiger Leibziger.






Eine Stunde werden bis zu 16 zahlende Gäste den Neckar rauf und runter gerudert. Oder besser: gestochert. Es sind nur lange Stöcke und keine Ruder, die dabei verwendet werden. Stocherfahrer Neulingen soll es schon passiert sein, dass der Stock sich zwischen Steinen im Grund verkeilt hat und dort wahlweise mit oder ohne Stocherer daran steckengeblieben ist…
Aber unser Stocherer war sehr erfahren und brachte uns unfallfrei wieder zurück.
Kurios: Bei alljährlichen Stocherkahnrennen gewinnen die Ersten ein Faß Bier und die Letzten müssen 1/2 l Lebertran trinken. Jeder aus dem Boot…
Preis pro Erw: 13 Euro – und damit deutlich günstiger als in Venedig. Dafür gibt es aber auch kein „O sole mio“-Ständchen.









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