Wer in Athens Stadtteil Psyrri nur zu den Balkonen und neoklassizistischen Fassaden schaut, verpasst einiges. Denn hier lohnt sich vor allem der Blick auf die Seitenwände, kleinen Gassen und Innenhöfe. 

Das ehemalige Handwerker- und Arbeiterviertel gehört heute zu den Zentren der Athener Street-Art-Szene.

Graffiti gab es schon vorher, doch besonders während der griechischen Finanzkrise ab 2009 wurden die Hauswände zur öffentliche Leinwand für Protest, Gesellschaftskritik – und zunehmend auch für ziemlich beeindruckende Kunst.

Zwischen Tags und Kritzeleien tauchen plötzlich riesige Murals auf.

Besonders gut gefallen haben uns die Arbeiten des griechischen Künstlers INO. Seine meist monochromen, beinahe fotorealistischen Figuren wirken auf den alten Fassaden wie überdimensionale Gemälde eines modernen Kunstmuseums. 

INO
INO
INO
INO

Und dann ist da noch der Hund.

Loukanikos, zu Deutsch „Würstchen“, war ein Athener Straßenhund, der während der Proteste gegen die Sparpolitik regelmäßig bei Demonstrationen auftauchte. Und zwar nicht irgendwo am Rand: Er lief zwischen den Demonstranten mit, bellte die Bereitschaftspolizei an und geriet dabei auch immer wieder ins Tränengas. Seine Fotos gingen um die Welt; 2011 machte ihn sogar das Time Magazine international bekannt. 

Nach seinem Tod 2014 verewigten Street-Art-Künstler Loukanikos in Psyrri auf einer Hauswand.

Loukanikos

Street Art findet man natürlich nicht nur in Psyrri. Exarchia ist stärker politisch geprägt, Metaxourgeio bietet große Murals auf ehemaligen Industrie- und Lagergebäuden, und auch Gazi und Kerameikos gehören zu den bekannten Street-Art-Revieren Athens. Die offizielle Athener Street-Art-Tour führt entsprechend durch Thissio, Gazi, Kerameikos, Psyrri und Monastiraki.

Hier der Link zu unserer google maps Route durch Psyrri.

Für die anderen Viertel reichte unsere Zeit in diesen zwei Tagen nicht. Und, um ganz ehrlich zu sein: Nach Akropolis, Plaka, Anafiotika und unzähligen Athener Gehsteigkilometern war es auch irgendwann mal genug. 

Dafür machten wir noch einen für theduck.blog zwingend notwendigen Abstecher: in den Ducklin Store. Athene, Zeus und gleich zwei Evzonen-Enten mussten mit. Man setzt schließlich Prioritäten – und plötzlich war der Regen verschwunden und die Sonne schien.

Ich bin fest überzeugt, dass es daran lag, dass wir Zeus endlich die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt haben. Er freut sich nun auf seine neue Zeit in der Enten-WG und darauf, das oberbayrische Wetter zu regieren. 😉

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