Wien ruft und Home free singt!

Also machten wir uns auf den Weg in die österreichische Hauptstadt. Die A1 bestand gefühlt aus einer einzigen Baustelle – unterbrochen von gelegentlichen Autobahnabschnitten. Nach viereinhalb Stunden inklusive Ladestopp erreichten wir schließlich unser Quartier, das Rioca Posto 2. Hübsch eingerichtet, alles Nötige vorhanden – für zwei Nächte völlig in Ordnung.

Der Tod steht uns – nicht so gut.

Unser erstes Ziel war das Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof. Weil: Skurril darf schon mal sein.

Für neun Euro Eintritt betraten wir also die Katakomben der Wiener Bestattungsgeschichte. Es erwarteten uns historische Exponate, Schautafeln, Särge im Laufe der Zeit und viele Informationen rund ums letzte Geleit – in einem passend düsteren Ambiente.

Über den Zentralfriedhof, einem der größten Friedhöfe Europas, erfuhren wir einiges: Auf 2,5 Quadratkilometern liegen rund 300.000 Grabstätten, und seit der Eröffnung 1874 fanden hier etwa drei Millionen Menschen ihre letzte Ruhe.

Auch Prominente wie Beethoven, Schubert und Brahms, aber auch Falco, Manfred Deix und ehemalige österreichische Spitzenpolitiker sind hier begraben.

Mit der Straßenbahn zur letzten Haltestelle

Besonders interessant waren die historischen Leichenstraßenbahnen. Wien setzte tatsächlich spezielle Wagen ein, um Verstorbene von Krankenhäusern zum Zentralfriedhof zu transportieren.

Leichenstraßenbahn – Rotel Tours für Tote

Mich erinnerte das an die rollenden Hotels von Rotel Tours – nur dass die Fahrgäste hier weder einen Fensterplatz brauchten noch am Ziel wieder ausstiegen.

Auch ein ausgestellter Sitzsarg zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Er war allerdings eine Kunstinstallation und wurde nie für eine Beisetzung verwendet.

Sitzsarg

Der Wiener Schmäh überlebt alles

Bau dir dein Krematorium

Amüsanter wurde es im Museumsshop. Die Wiener verlieren ihren Humor offenbar auch angesichts des Todes nicht: Fußmatten mit „Bitte leise abtreten“, Kissen und Bettwäsche mit dem Spruch „Mit uns sind Sie immer gut gebettet“, Stoffbeutel mit Aufschriften wie: “Ich lese, bis ich verwese“ oder „Ich turne bis zur Urne“, urnenförmige Salt- und Pfefferstreuer makabre Bausätze im Legostil, vom Leichenwagen bis zum Krematorium und die Bestattungsente, die ich -bereits online bestellt- schon in meiner Sammlung habe.

Gewundert haben wir uns über die einfallsreichen Souvenirs sehr, gekauft haben wir nichts, als Mitbringsel wären sie uns dann doch zu makaber gewesen.

Findet ihr nicht? Hier geht‘s zum Onlineshop.

Mein Fazit: Die historischen Informationen waren interessant, für neun Euro hätte ich mir aber etwas mehr Erlebnis gewünscht. Der Museumsshop war jedenfalls unterhaltsamer als manche Ausstellungsvitrine.

Der Abend in der SimmCity war dann wieder voller Leben. Home free, die A Capella Band aus USA auf Europa Tour.

Home free

Lust auf einen Song? Einfach anklicken: https://youtu.be/oJ0HuU92dMA?is=RZMT4Zj-IH3qlHPc

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