Noch hingen die schweren Regenwolken nur dunkel am Himmel.
Da Zeus offenbar nicht so wohlwollend gestimmt war (vielleicht hatte er mal wieder Stress mit Hera…), begannen wir unseren Tag im Hellenic Motor Museum, dem größten Automuseum Griechenlands.








Die Sammlung entstand aus der privaten Leidenschaft von Theodore Charagionis, der über Jahrzehnte mehr als 300 historische Fahrzeuge zusammentrug – vom frühen Ford bis zu Rolls-Royce, Maserati und Ferrari.






Dort steht unter anderem ein Ford Model N von 1906. Also ein Ford vor dem berühmten Model T – das Model T war keineswegs Henry Fords erstes Auto.

Interessant ist auch die originalgetreu eingerichtete alte Athener Autowerkstatt mit vielen historischen Gegenständen.

Es gibt einen Bereich über die weitgehend vergessene griechische Automobilindustrie der 1980er-Jahre. Und ja, Griechenland baute tatsächlich mal Autos. Optisch allerdings gewöhnungsbedürftig…


Während wir im Museum waren, donnerte es ordentlich und kurz danach prasselten wahre Fluten vom Himmel.
(Mensch, Hera – oder besser, Oh Göttin Hera, nun bring deinen Mann doch mal zur Vernunft!)
Daher schauten wir noch ein bisschen die Flintstones und machten Oldtimer Selfies.



Schließlich wechselten wir von Pferdestärken zu Göttern, Philosophen und Tempeln, also quasi von Autos zu Athene – in Regenjacken, im Pfützen- und Bäche-Slalom.
Seine große Zeit erlebte Athen in der Antike. Hier diskutierten Sokrates, Platon und Aristoteles über das Leben, die Politik und darüber, wer denn wüsste, was er nicht weiß. Gleichzeitig stritten sich die Götter um Zuständigkeiten. Besonders erfolgreich war Athene, Göttin der Weisheit, die der Stadt nicht nur ihren Namen gab, sondern auch gleich einen ziemlich prominenten Wohnsitz bekam: die Akropolis.
Hoch über der Stadt entstand ein Heiligtum für Athene, dessen berühmtestes Gebäude der Parthenon ist. Daneben stehen das Erechtheion mit seinen Karyatiden, der kleine Tempel der Athena Nike und die monumentalen Propyläen.
In den folgenden Jahrhunderten hatte der Parthenon ein bewegtes Leben: Tempel, Kirche, Moschee und schließlich Munitionslager. Letzteres erwies sich als ausgesprochen dumme Idee. Ein Treffer während einer Belagerung sorgte dafür, dass ein beträchtlicher Teil des Gebäudes in die Luft flog.
Später nahm Lord Elgin noch einen Teil der Skulpturen mit nach England. Dort stehen sie bis heute im British Museum.
Das Akropolismuseum
Heute sind die wichtigsten Fundstücke im modernen Akropolismuseum unterhalb des Felsens zu sehen. Besonders beeindruckend sind die originalen Karyatiden – oben auf der Akropolis stehen nur Kopien.

Beim Bau des Museums stieß man auf ein antikes Stadtviertel. Durch Glasböden kann man heute hinunterschauen.

Soweit die Theorie.
In der Praxis brachte uns das Onlineticket zwar in der Fast Lane ins Museum, doch selbst dieses nützte nicht, um anschließend die antike Stadt zu besichtigen: Aufgrund des Andrangs herrschte Blockabfertigung wie an der Grenze zu Kufstein.
Im Museum selbst: Nun, viele Menschen, viel aus Stein, meist nur Teile mit Erklärungen, die sich mir trotz großer Anstrengung und viel Phantasie nicht erschlossen. Dazu Fotografierverbot, strenge Aufseher – aber immer wieder Chancen.








Ehrlich, ich gerate bei Archäologe nicht in Extase.

Danach ging es rauf auf die Akropolis. Ich rief Zeus an und bat um eine gnädige Regenpause. Er zeigte sich kurz versöhnlich und wir kamen trockenen Fußes hinauf.
Bei etwas über 20 Grad eine nette Wanderung. Oben angekommen, wurschtelten wir uns durch Reisegruppen mit Guides in diversen Sprachen und Insta-Posings.






Beim Abstieg gingen mit Zeus wieder alle Pferde durch…Der hatte heut wirklich einen schlechten Tag.
Athen, die Widerspenstige. Trotzdem war es interessant.










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