Nach einer Woche drehten wir Hydra den Rücken und reisten zurück nach Athen.

Zunächst stellte sich die Frage: Wie bestellt man eigentlich ein Maultier, wenn man keine Adresse hat? Die gibt es auf Hydra nämlich nicht. Im schlimmsten Fall sahen wir uns bereits zwei 20-Kilo-Koffer über 99 Stufen und anschließend über Hydras grobes Kopfsteinpflaster zum Hafen zerren.

Unser Vermieter rettete uns. Über die WhatsApp-Gruppe, in die er mich und seine Schwester vorsorglich genötigt hatte, organisierte er Niko. Der würde um 9 Uhr kommen, sei allerdings sehr beschäftigt.

Das stimmte. Um 8:30 Uhr stand Niko bereits samt Maultier vor der Tür.

Am Hafen wechselten unsere Koffer für 20 Euro den Besitzer, während gerade ein Versorgungsschiff entladen wurde. Ziegelsteine, Lebensmittel, Strohballen – alles wurde auf Maultiere gepackt. Sie trugen bei der besonders verführerischen Fracht Maulkörbe. Schließlich sollten sie arbeiten und nicht frühstücken.

Dann kam unsere Fähre. Unsere reservierten Plätze waren besetzt. Auf Nachfrage winkte man nur ab: „Free seating today.“ Schön, dass wir reserviert hatten.

Mit 20 Minuten Verspätung erreichten wir Piräus und trafen eine folgenschwere Entscheidung: Wir nehmen den Bus.

Zur Haltestelle ging es zunächst mit den Koffern bergauf, vorbei an Baustellen, Schlaglöchern und ungewöhnlich hohen Randsteinen. Dann warteten wir auf den X80, der uns in vier Stationen und 30 Minuten fast bis zum Airbnb bringen sollte.

Er kam sogar. Irgendwann. Und fuhr einfach an uns vorbei.

So lernten wir eine wichtige Regel des Athener Nahverkehrs: Ein Bus hält nicht, nur weil man an einer Bushaltestelle steht. Man muss winken.

Fast eine Stunde später gaben wir auf und nahmen den 040, der für dieselbe Strecke ungefähr doppelt so lange brauchte. Im Bus beschimpfte ein Grieche lautstark ein paar ältere Damen, die sich bekreuzigten und ebenso laut zurückkeiften. Es wurde immer voller. Schließlich setzte sich ein Mann auf meinen Koffer.

Nach einer weiteren Slalomstrecke bergauf – vorbei an Katzenfutter, Hundehaufen und toten Kakerlaken – erreichten wir endlich unser Airbnb.

Der Blick auf die Akropolis entschädigte für die Strapazen. Und nachdem wir seit dem Frühstück nichts gegessen hatten, tat das Abendessen im The Trikyklo den Rest.

Blick vom Airbnb

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