Bremerhaven. 50er Jahre, Auswanderer und der Duft der großen weiten Welt

Nach einer Woche auf der gefühlt geriatrischen Freiluftstation Spiekeroog, deren Altersdurchschnitt nur durch die Landschulheimgruppen künstlich unter 67 gehalten wurde, endlich wieder ein interessanter Fleck mit originellen und historisch interessanten Museen, dem modernen Liberty Hotel, dem imposanten Hafen und einem Flair, dem man sich nicht entziehen kann und möchte.

Auch wenn wir bei Regenwetter ankamen, das Museum der 50er Jahre besuchten wir gleich bei der Anreise am Sonntag. Warum? Weil es nur Sonntags geöffnet ist.

Die Location ist schon mal einzigartig: Auf 500 qm präsentieren sich Exponate der 1940er bis 1960er Jahre aus dem Alltagsleben der Bevölkerung Deutschlands und der Zeit der amerikanischen Besatzung im eigenwilligen Ambiente einer Militärkirche auf dem ehemaligen US Kasernengelände.

Europas „grösster Parkplatz für Neuwagen“, der Autoterminal Bremerhaven, macht seinem Ruf alle Ehre. Von hier und hierher werden Neuwagen verschifft, riesige Flächen sind mit der kostbaren Fracht zugeparkt. Wie heute die Autos warteten nach dem 2. Weltkrieg viele Auswanderer darauf, auf einem der großen Überseedampfer ins das Land der Freiheit mit der Hoffnung auf eine neue Zukunft emigrieren zu können.

Sehr anschaulich kann man das im Auswandererhaus nacherleben, wobei hier auch über Einwanderer berichtet wird. Der berühmteste war – zumindest für eine gewisse Zeit: Elvis Presley. Das Museum taucht den Besucher in eine Zeitreise, in der er sich selbst wie ein Auswanderer fühlt, inkl. Überfahrt, Ellis Island und Grand Central Station. Jedoch kann ich hier mit keinen Bildern dienen. Nicht, weil mir die 1,50 € Gebühr fürs Fotografieren zusätzlich zum Eintritt von 15,- € zu teuer gewesen wären. Doch man zahlt, obwohl man die Bilder nachher nicht öffentlich verwenden darf. Das finde ich nicht nur vermessen, sondern geradezu lächerlich. Das Museum verzichtet also gern auf die kostenlose Werbung kleinerer Blogger. Auch wenn es von der Grundidee und Konzeption gut gemeint ist, krankt es an manchen Stellen:

1. Die wenigen Garderobenkästen sind voll, man kann Garderobe nur an öffentlich zugänglichen Kleiderstangen unversperrt und auf eigene Gefahr abhängen.

2. Das Haus ist mit Besuchern überfüllt, die bei den vielen Hörstationen stehen bleiben und den zahlreichen Schicksalserzählungen an „hygienischen“ Hörmuscheln lauschen – und damit die Massen hinter sich aufhalten. Statt dessen hätten man Audio- oder Videoräume für mehrere Personen einrichten können und weniger, aber spannende Schicksale geschickter in Szene gesetzt…. Oder man ließe nicht so viele Personen gleichzeitig hinein.

Mehr Klasse statt Masse wäre wünschenswert.

Den Hafen haben wir gleich auf zwei Arten besichtigt: Einmal vom Boot aus bei der einstündigen Hafenrundfahrt und dann mit dem Hafenbus. Die Bustour dauerte 2 Std. und führt normalerweise sowohl durch den Fischereihafen als auch durch den Containerhafen. Da bei unserer Fahrt eine Brücke gesperrt war, fiel der Fischereihafen leider aus. Aber dennoch war die Fahrt im Containerhafen super spannend und ja, ich würde der Bustour sogar noch mehr Punkte als der Schiffstour geben, obwohl beide auf ihre Weise beeindruckt haben.

Auch das U- Boot Wilhelm Bauer ist einen Besuch wert. Doch Vorsicht: Bei Landratten können sich trotz Spannung Beklemmungen und Platzangst einstellen.

Und sonst?

Das Klimahaus lässt die Besucher in landestypischen Erlebniswelten entlang des achten östlichen Längengrades wahlweise schwitzen oder frieren.

Eine maritime Erlebniswelt mit Hafenkneipen, die Ausstellung „Expedition Nordmeere“ und Wissenswertes rund um das Be- und Entladen sowie der Verarbeitung von Fisch in historischem Ambiente bietet das Schaufenster Fischereihafen.

Aussichten:

Die Aussichtsplattform des Wahrzeichens Sail City (bei starkem Wind gesperrt) und der kostenlose Container -Aussichtsturm.

Wir haben 2 Nächte im 2018 neu eröffneten Hotel Liberty verbracht und waren sehr zufrieden.

Unser Restauranttipp:

Der Wasserschout:

Exzellente maritime Küche im alten Schleusenwärterhaus serviert in leger- gediegenem Ambiente von sehr freundlicher und kompetenter Bedienung. Perfekter Abend mit Matjesvariationen als Vorspeise, Labskaus und Ofenkartoffel mit frischen Krabben und Sauerrahm.

Die 10 Dinge, die man in Bremerhaven nicht machen sollte, findet ihr hier:

https://nord24.de/bremerhaven/10-dinge-die-du-in-bremerhaven-nicht-tun-solltest

Viel Spaß!

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