Surrealer Nahverkehr statt Magritte, aber Atomium & einmal quer durch Europa

Eigentlich standen Atomium, Mini-Europa und René Magritte Museum auf dem Programm. 

Eigentlich. 

Die U-Bahn schien die perfekte Idee – Linie 6, einmal bequem an den Stadtrand. Stattdessen fuhr zuerst die 2 ein. Dann: Unverständliche Durchsagen, Menschenmassen wie auf der Flucht, Türen auf, Türen zu, rein, raus – und die Bahn fuhr einfach wieder dahin zurück, wo sie hergekommen war. Irgendwo fiel das Wort „Störung“. Ach was.

So ähnlich

Also Plan B: Bus, Tram, Orientierung nach Gefühl.

Und irgendwann – deutlich später als geplant – rollte tatsächlich die Straßenbahn mit uns an Bord beim Atomium ein.

Susi vor dem Atomium

Wow, was für ein eindrucksvolles Wahrzeichen! 

Das Atomium wurde 1958 anlässlich der Weltausstellung errichtet, ist 102 Meter hoch, besteht aus neun Kugeln mit je 18 Metern Durchmesser und ist über 29 Meter lange Röhren verbunden. In seinem Inneren stecken überraschend große Dimensionen: Rolltreppen bis 35 Meter Länge, ein (damals) rekordverdächtig schneller Lift und Kugeln mit jeweils zwei Stockwerken à rund 240 m².

Bei der Brussels Card kann man das Atomium dazu buchen. Damit umgeht man die Warteschlange am Ticketschalter.

Nicht aber die am Aufzug.

Warten auf den Aufzug

Nach 40 Minuten Warten standen wir aber in der obersten Kugel, deren untere Ebene Art Aussichtsplattform ist.

Keine Panorama Glasfront mit Aussicht auf eine Skyline, sondern hier und da ein Fenster in der Stahlkonstruktion mit Blick auf… nun ja, das weite Umland und ein paar Turmspitzen in Brüssel aus der Ferne.

Dazu waberte Küchenfettgeruch aus dem Restaurant in der oberen Ebene, verteilt durch riesige Ventilatoren durch den Raum. Klar, 1958 gab es noch keine Klimaanlagen.

Also einmal rum, rein in den Aufzug und wieder runter.

Dann ging es über Rolltreppen wieder hoch zur Ausstellung über die Entstehung des Wahrzeichens und einer beeindruckenden Lichtshow.

Weiter lief man über Treppen rauf und alles wieder runter.

Barrierefrei ist hier nichts, aber spannend war es trotzdem.

Nebenan, im Mini Europa, stand der Eiffelturm friedlich neben Big Ben und die Akropolis blickte aufs Kolosseum und den Vesuv. Dazwischen machten sich das Kloster Krems und holländische Windmühlen breit. Kleine und große Kinder hatten Spaß bei der Suche nach Greta Thunberg vor dem Stockholmer Royal Palace und ließen per Knopfdruck Hymnen erklingen, Riesenräder drehen oder Schiffe hupen. 

Ein kurzweiliges und lehrreiches Vergnügen zu den Wahrzeichen der EU Staaten. Nicht in der Brussels Card enthalten, aber rabattiert mit derselben (20 statt 25 Euro pro Person).

Nachdem uns Brüssel die letzten beiden Tage mit strahlendem Sonnenschein verwöhnt hatte, spürten wir bei der Rückfahrt schon: Da braut sich was zusammen. 

Das Magritte Museum fiel dem surrealen Nahverkehr zum Opfer. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden – und wir kamen so noch trockenen Fußes ins AirBnB. 

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