Da wir uns für diesen Trip Streetart und Comic-Kunst auf die Fahnen geschrieben hatten, kamen wir an dem Ausnahmekünstler nicht vorbei, dessen erste Werke schon vor Mickey Mouse Wellen schlugen.


Hergé wurde 1907 in Brüssel als Georges Remi geboren. Sein Künstlername entstand simpel aus seinen Initialen „R.G.“ – rückwärts gelesen: Hergé.


Er illustrierte bereits mit 16 Zeitungsbeilagen für Kinder, in denen er Pfandfinder Geschichten aus eigenen Erfahrungen zeichnete. Auch in der Werbung war er aktiv.

Berühmt wurde er ab 1929 mit den Abenteuern von Tim und Struppi (Tintin & Milou), die zunächst als Zeitungscomics erschienen. Daraus entwickelte er eine der erfolgreichsten Comicreihen Europas mit Klassikern wie Reiseziel Mond oder Der blaue Lotus. Typisch ist Hergés klarer Zeichenstil („Ligne claire“), der bis heute prägend ist.




Die Abenteuer von Tim und Struppi lesen sich wie gezeichnete Reiseberichte: echte Schauplätze, präzise recherchierte Details und erstaunlich realistische Fahrzeuge. Gleichzeitig spiegeln die frühen Geschichten klar den Zeitgeist wieder – politisch einseitig, teils kolonial gefärbt und heute nicht mehr unkritisch zu lesen. Erst später wurde Hergé zum akribischen Rechercheur, der seine Welten deutlich differenzierter darstellte.



Hergé gründete später eigene Studios, perfektionierte seine Arbeit mit einem Team und machte Tintin zu einer weltweiten Marke. Nach seinem Tod 1983 blieb sein Werk lebendig – gekrönt durch das Hergé-Museum eine gute Stunde außerhalb Brüssels, das seinem Leben und seinen Figuren gewidmet ist – unser nächstes Ziel.


Dazu mussten wir erneut den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Diesmal den Zug nach Ottignies und von dort die S8 nach Louvaine-La-Neuve.
Welch Wunder, Zug und S-Bahn brachten uns pünktlich und ohne Umwege zum Hergé Museum und genau so wieder zurück.😃
Das Museum ist jeden ersten Sonntag im Monat kostenlos zu besichtigen. Aber der deshalb befürchtete Ansturm blieb weitgehend aus.






Wir fanden uns in einem architektonischen Meisterwerk wieder, das den Künstler in all seinen Facetten und Werken perfekt inszeniert.




Alle Exponate sind in französisch, niederländisch und englisch erklärt, die Filme ebenso untertitelt.











Unser Fazit: Absolut empfehlenswert und an einem verregneten Sonntag das ideale Programm. 😉












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