Schnauferlstall Ruhpolding – 51 Oldtimer, ein Hebetrick und ganz viel Herzblut

Zuerst die wichtigste Frage: Was ist eigentlich ein „Schnauferl“?

Eine Imme

Der Begriff stammt aus den Anfangszeiten der Motorisierung und wurde im Bayerischen liebevoll für frühe Motorräder und Motorfahrzeuge verwendet – wohl wegen des schnaufenden, tuckernden Geräuschs der damaligen Motoren.

Schnauferstall

Der Schnauferlstall in Ruhpolding trägt diesen Namen bis heute – auch wenn heute längst kein Stall mehr im klassischen Sinn dahintersteckt.

Die Sammlung begann tatsächlich in einem Stall: Georg Hollwegers Vater stellte dort seine historischen Fahrzeuge aus. Inzwischen sind die Exponate in ein eigenes zweistöckiges Gebäude nebenan umgezogen. Der Name blieb, das Ambiente hat sich weiterentwickelt – rustikal, aber mit musealem Charakter. Nicht geschniegelt und hochmodern, sondern angenehm bodenständig.

Insgesamt können Besucher 51 Exponate entdecken, dazu zahlreiche historische Motoren. Der Schwerpunkt liegt auf Zweirädern, aber auch zwei Autos ziehen Aufmerksamkeit auf sich: ein tschechischer Aero mit Rechtslenkung und ein Mercedes mit Holzbetrieb – und plötzlich wirkt die Diskussion um alternative Antriebe gar nicht mehr so neu. 😉

Vor Ort ist Georg Hollweger selbst anzutreffen. Er drängt sich nicht in den Vordergrund und hält keine Dauerpräsentation – aber wer fragt, bekommt Antworten. Und zwar viele. Schnell merkt man, dass hinter der ruhigen Art jede Menge Wissen über alte Technik, Konstruktionen und die Geschichten hinter den Fahrzeugen steckt.

Und natürlich musste die entscheidende Frage gestellt werden: Wie bringt man eigentlich Motorräder in den ersten Stock, wenn dort nur eine Treppe hinaufführt?

Georgs Antwort kam mit einem Schmunzeln: Das habe er beim Bau natürlich bedacht. Ein Teil der Decke lässt sich mit einer Hebekonstruktion absenken – so gelangen die Fahrzeuge nach oben.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Geöffnet ist im Sommer montagnachmittags sowie nach Vereinbarung.

Ein Ort, der weniger von großen Effekten lebt als von Menschen, die über viele Jahre gesammelt, bewahrt und weitergegeben haben – und genau das macht seinen Charme aus.

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