Hydra, die Insel der Künstler. Na, dann schauen wir mal.
Man sieht sie schon von Weitem, die riesige goldene Sonne über dem Meer. Sie heißt „Apollo Wind Spinner“ und stammt von Jeff Koons aus seiner spektakulären Apollo-Ausstellung von 2022, seit 2023 ist sie dauerhaft dort installiert. Die Strahlen bewegen sich im Wind und sind zu einem Wahrzeichen östlich des Hafens von Hydra geworden.

Die DESTE Foundation for Contemporary Art wurde 1983 vom griechisch-zypriotischen Unternehmer und Kunstsammler Dakis Joannou gegründet. „Deste“ heißt auf Griechisch übrigens schlicht „Schaut!“ – und genau darum geht es: zeitgenössische Kunst abseits des klassischen Museumsbetriebs zu zeigen.
Auf Hydra bekam die Stiftung 2008 von der Gemeinde das alte Schlachthaus überlassen. Das Gebäude wurde renoviert, seine ursprüngliche, ziemlich raue Atmosphäre aber erhalten. Seit 2009 wird jeden Sommer ein Künstler eingeladen, um für diesen ungewöhnlichen Ort eine Ausstellung zu entwickeln, darunter waren eben schon Jeff Koons oder George Condo.

Aktuell zeigt der jamaikanisch-amerikanische Künstler Nari Ward seine Ausstellung „Until That Day“. Ward arbeitet viel mit gefundenen und weggeworfenen Gegenständen. Die Ausstellung läuft bis 31. Oktober 2026.
Auf Hydra beschäftigt er sich mit der afrikanischen Community in Griechenland, Migration, Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Der Titel geht auf eine UN-Rede des äthiopischen Kaisers Haile Selassie von 1963 zurück – dieselbe Rede, die später Bob Marley zu seinem Song War inspirierte.
Innen ist die Ausstellung allerdings überraschend schnell besichtigt: Ein Raum mit Nische und Balkon, fertig. Darin Koffer mit Feuerwehrschläuchen umwickelt und zum Schneemann getürmt. Ein Anker mit Meerblick und noch mehr Feuerwehrschläuche.
(Hoffentlich fehlen die jetzt nirgends…)

Wir hatten irgendwie mit etwas mehr gerechnet.
Zumindest: Der Eintritt ist kostenlos.







Wir liefen weiter nach Osten etwa 25 Minuten zu Fuß nach Mandraki zur Wilhelmina Gallery.




Die zu finden, war alles andere als einfach.
Wir suchten rund um das Fünf-Sterne-Hotel – bis wir feststellten: Die Galerie befindet sich nicht neben dem Hotel, wie bei google maps eingezeichnet, sondern darin. Genauer gesagt im Restaurant. Muss man auch erst einmal drauf kommen.

Die Ausstellung „Lighthouses of the Earth“ zeigt Werke verschiedener zeitgenössischer Künstler. Wer sich spontan in eines verliebt, sollte allerdings vorher den Kontostand prüfen: Laut Preisliste bewegen sich die Werke zwischen 2.000 und 22.000 Euro, Mehrwertsteuer noch nicht inklusive. So hängt ein Werk von Panos Tsagaris für 13.000 Euro ganz selbstverständlich über einem Restauranttisch. Kunstgenuss einmal anders.






Nicht wesentlich bodenständiger geht es am dazugehörigen Sandstrand weiter, dem einzigen der Insel übrigens. Für zwei Liegen mit Schirm in der ersten Reihe hätten wir satte 100 Euro zahlen müssen. Nicht pro Woche, pro Tag.

Zum Glück liegt in derselben Bucht nur einige Meter entfernt Lefteraki. Bei der Strandbar dort kosten zwei Deckchairs im Schatten 15 Euro und zwei Liegen mit Schirm 30 Euro. Wir entschieden uns für die Deckchairs und genossen die Zeit am Strand mit Baden, kalten Getränken und dem Beobachten der ein- und ausfahrenden Jachten, Transferboote und Wassertaxis.










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