Wenn ein Bus schon im Zweiten Weltkrieg als Lastwagen unterwegs war, darf man ihm gewisse Eigenheiten nicht übelnehmen. Lautstärke zum Beispiel. Oder Charakter.
Unser Gefährt für den heutigen Tag: der älteste noch zugelassene Bus Maltas, liebevoll restauriert, knallbunt lackiert und garantiert nicht leise. Oldtimerfeeling pur.

Stopp 1: Marsaxlokk – Farbe, Fisch und viele Fotos
Erster Halt in Marsaxlokk, dem Ort mit den berühmten bunten Fischerbooten. Der Hafen ist hübsch, lebendig und war ein guter Einstieg.






Zum Glück fand heute nicht der bekannte Sonntagsmarkt statt, nur ein paar Souvenirstände säumten die Promenade, neben Fischern, die in Ruhe ihren Fang aus den Netzen holten.
Spoiler: Arbeitssicherheit!

Stopp 2: Blue Grotto – Plan B mit Aussicht
Eigentlich war ein Besuch mit der Möglichkeit einer Bootstour geplant.
Der Wellengang hatte was dagegen. Also: kein Boot, dafür der Blick von oben vom Viewpoint. Auch von hier immer noch sehr beeindruckend.






Stopp 3: Siġġiewi – Malta live und ungefiltert
Die Anfahrt nach Siġġiewi war… sagen wir: intensiv. Spontane Straßensperre wegen unangekündigter Bauarbeiten, Umwege auf engsten Straßen. Ohne Servolenkung. Nichts für schwache Nerven – aber absolut authentisch. Der gesamte Straßenverkehr auf Malta ist übrigens so: nichts für schwache Nerven.
Belohnung: Ftira bei Pappas für die fast 40 Passagiere.
Tuna, Schafskäse, Getränk inklusive – alles im Tourpreis enthalten.
Ich habe Kinnie Diet probiert: bitter-herb, schmeckt irgendwo zwischen Ramazzotti und Aperol, nur ohne Alkohol. Überraschend gut, aber halt kein Almdudler.

Nein: ich södere nicht! Es muss nicht jedes Essen gepostet werden.
Stopp 4: Dingli Cliffs – dramatisch wie versprochen
Die Weite, der Wind, die Klippen. Ein Malta-Moment, der einfach überzeugt.





Stopp 5: Rabat & Mdina – „Silent City“, nur dem Namen nach
Mdina ist filmreif, mittelalterlich und entsprechend gut besucht. Von Stille keine Spur, aber das überrascht hier niemanden. Dass hier Filme mit Mittelalterbezug gedreht wurden, glaubt man sofort. Die ehemalige Hauptstadt glänzt stolz wie eine uneinnehmbare Festung. Die St.Paul‘s Kathedrale mitten drin.









Fazit:
Rund 6 Stunden waren wir unterwegs. Alles hervorragend kommentiert von Fahrer Daniel und Reiseleitung Rebecca: viel Hintergrund, spontan und mit Witz erzählt.

Der Retrobus rattert laut, ist eng und einzigartig. Die Spots sind bekannt, teils touristisch – aber gut ausgewählt und sinnvoll kombiniert.
Preis: 45 Euro pro Person.
Und ganz ehrlich: Für das Erlebnis, die Route, das Essen, die Kommentare und diesen Bus? Klare Empfehlung.
Für alle, die Malta kompakt, charmant-chaotisch, retro und mit Geschichte erleben wollen – auf vier Rädern, die mehr gesehen haben als die meisten Reiseführer mit ihren Regenschirmen, Wimpeln oder Sonnenblumen.








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