Triest & Duino: Inspiration für Dichter und Denker

Bereits vor Veit Heinichen zog es Dichter wie Italo Svevo, Claudio Magris und Umberto Saba in die Adria Metropole. Auch James Joyce verarbeitete seine Eindrücke aus der Vielfalt an Völkern in seinen Werken und soll über das multikulturelle Staatswesen der österreichisch- ungarischen Monarchie gesagt haben:

“They called the Austrian Empire a ramshackle empire, I wish to God there were more such empires.”

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Triest
James Joyce Statue am Canale Grande

Er mochte es offenbar.

Joyce lebte mehr als ein Jahrzehnt in Triest, das ihn zu Ulysses inspirierte und wo er „Dubliners“ vollendete. Seinen Lebensunterhalt bestritt er als Englischlehrer. Ihm ist ein kleines Museum gewidmet, das von seiner Zeit hier und von seiner Freundschaft mit Italo Svevo erzählt.

Ein weiterer Dichter, Rainer Maria Rilke, ließ sich von der Schönheit der Küste inspirieren, die er bei einem Besuch der Gräfin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe auf deren Schloss in Duino, nahe Triest, kennenlernte. Er schrieb hier seine Duineser Elegien, nachdem ihm auf dem Sentiero Rilke, dem nach ihm benannten Rilke – Weg, eine Stimme aus dem Wind zugerufen haben soll:

„Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?“

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Duineser_Elegien

Thurn und Taxis, Gloria, sind die nicht in Regensburg? Ja, aber das Schloss Duino gehört seit dem 19. Jahrhundert Prinz Alexander von Thurn und Taxis und seine Frau Prinzessin Marie aus der tschechischen Linie des Adelsgeschlechts.

Wo ich mir nicht sicher bin, ist, ob Rilke tatsächlich Stimmen aus dem Wind erreicht haben, oder eher ein Kauderwelsch aus italienisch, deutsch, englisch und slowenisch, sollte dieser steinige Panoramaweg damals bereits genauso ein Touristenmagnet gewesen sein wie heute.

Um einen Geheimtipp handelt es mit Sicherheit nicht (mehr). Doch wer sich trotz Parkplatz Odyssee, Menschenmassen und einer olfaktorischen Herausforderung aus billigen Parfums, Transpiration, Zigarettenrauch und nassem Hund über den steiniger Weg quält, wird mit sensationellen Ausblicken weit über die Bucht von Sistiana und das Schloss von Duino belohnt. Das Schloss selbst ist innen ganz nett, haut einen aber nicht vom Hocker.

Blick aufs Meer – Rilke Weg
Auf dem Turm des Castello Duino

Die traditionellen Kaffeehäuser im Wiener Stil etablierten sich in Triest zu intellektuellen Treffpunkten der Poeten und Literaten.

„Das Kaffeehaus ist ein Ort, wo man gleichzeitig allein und unter Leuten sein kann.“ (Claudio Magris)

Mehr zur Kaffeetradition in Triest lest ihr hier.

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