Azoren: Vom Ende des Walfangs, des Luxushotels, einsamen Felsen und einem zweifarbigen See

Ein Ausflug nach Sete Cidades, Mosteiros und Capelas.

Von Ponta Delgada aus erreicht man Cete Cidades mit dem Leihwagen in ca. 45 min. Auf dem Weg dorthin sieht man ein altes Viadukt und hat zahlreiche schöne Ausblicke, miradouros genannt, wenn….

….ja wenn nicht grad wieder die Wolken zu tief hängen und Nebel hoch zieht. Das Wetter auf den Azoren ist äusserst kurzweilig. Das hat zwar den Vorteil, dass es nie lange regnet, aber auch die Sonne scheint nicht beständig. Von wegen Azorenhoch! Das mag von hier kommen, vor Ort findet man es aber nicht. Dafür ein ständig wechselndes Mikroklima mit Temperaturen von bis 26 Grad C im Sommer und bis 20 Grad C im Winter. Unter 13 Grad C sinken die Temperaturen auch im Dezember nicht.

Die Landschaft überrascht mit üppigem Grün, Hortensien gesäumten Straßen, subtropischem Urwald.

Dieses unbeständige Wetter ist mit ein Grund, warum das am schönsten Aussichtspunkt des Kraterrandes, dem Vista do Rei, erbaute Luxushotel Monte Palace nach nicht einmal 2 Jahren pleite war und heute eine schaurige Touristen – Attraktion abgibt. Dazu aber später mehr.

Lagao Azul & Verde

Der Kratersee ist durch eine Brücke in den Lagoa Azul und den Lagoa Verde unterteilt. Die Blau – bzw. Grünfärbung der Seeteile haben mit der Sonneneinstrahlung zu tun. So schön sie auch aussehen, zum Baden eignet sich die Caldera nicht. Das Wasser hat einen hohen Anteil an Cyanobakterien und keinen natürlichen Zu- oder Abfluss.

Susi schaut über die Caldeira

Das war der Grund, warum 1936 ein ca. 1,2 km langer Tunnel bis nach Mosteiros gegraben wurde, um Überschwemmungen im Ort bei starken Regenfällen zu vermeiden.

Der Tunnel wird auch genutzt, um zu Fuß oder mit dem Rad schneller in den Norden zu kommen. Wobei, gruselig ist es schon, sich im unbeleuchteten, 2 m hohen Tunnel, in dem auch Wasser steht, voran zu tasten….

Wusstet Ihr, dass auf Sao Miguel auf jeden Einwohner eine Kuh kommt?

Hier sind vier von 128.000..

Erstaunt hat uns auch, wie sauber und gepflegt die Insel ist und wie viele Picknickplätze es gibt!

Weiter geht es über Mosteiros, mit wunderschönen, im Meer frei stehenden Felsformationen, entlang der schroffen Küste bis Capelas, wo nur noch der Schornstein an die ehemalige Walfabrik erinnert, genauso, wie es uns der Besitzer der Moby Dick Tours erzählt hatte.

Schornstein der ehem. Walfabrik

Weitere Besonderheiten der Insel sind Ananas Plantagen, allerdings werden die Früchte in Gewächshäusern mit bis zu 50 Grad C über 18 Monate mühevoll gereift und sind wesentlich teurer als importierte aus Südamerika. Europa‘s einzige Teeplantage ist Chá Gorreana, steht in Maia. Hier wächst Schwarz- und Grüntee, der vor Ort verarbeitet wird.

Ebenso wie der Walfang, wurde auch die einstige Tabakindustrie eingestellt.

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