Dresden mal anders: Auf den Spuren Karl Lingners & sein Hygienemuseum

Der aus einer Magdeburger Kaufmannsfamilie stammende Karl August Lingner scheiterte zunächst an einer Künstlerkarriere und letztlich auch im Verkauf von Rückenkratzern und Stahllinealen.

Den richtigen Riecher bewies er aber, als ihm sein Freund, der Chemiker Richard Seifert ein Antiseptikum anbot, das Lingner als Mundwasser „Odol“ auf den Markt brachte. Es stand für ODeus (griech. Zahn) und OLeum (lat. Öl).

Die schlichte, weiße Glasflasche mit dem gebogenen Hals und blauem Verschluss ist bis heute ein Markenzeichen. Lingner beschäftigte sich nicht nur mit Hygieneaufklärung, er errichtete auch die erste Säuglingsklinik der Welt, eine Zentralstelle für Zahnhygiene und eine Desinfektionsschule.

Er war unter anderem der Begründer des Hygienemuseums, einer Idee, die seiner ersten Ausstellung folgte.

1930 fand die 2. Internationale Hygiene-Ausstellung statt, die in einen von Wilhelm Kreis entworfenen Museumsbau (1928–1930) im Stil zwischen Neoklassizismus und Bauhaus am Blüherpark zog.

Der Eintritt in das Museum, das sehr anschaulich den Menschen und seinen Körper im Fokus hat, kostet 9 ,- € pro Erwachsenen. Das Ticket gilt auch noch am Folgetag.

Leider musste ich feststellen, dass das Museumspersonal hier, ebenso wie das Aufsichtspersonal in Pillnitz und im Albertinum sehr unfreundlich, tw unhöflich ist. Aber dafür können die Idee der Ausstellung und die Exponate nichts, auf die man sich dann besser konzentriert.

Größte Attraktion des Museums war und ist der Gläserne Mensch (Mann) von 1930, gefolgt von der Gläsernen Frau 1935.

Das Unikat unter den deutschen Museen vereint die Welt der 5 Sinne, die Kinder spielerisch erleben können, mit der Dauerausstellung, die Themen rund um den Menschen und seine Gesundheit näher bringt, ebenso wie diverse Sonderausstellungen, derzeit: „Rassismus: Die Erfindung von Menschenrassen.“

Wer vom Museum aus, z.B auf der Tour mit einem der Hop off – Hop on Stadttourbusse Richtung Elbe fährt, dort rechts abbiegt, sieht auf der gegenüberliegenden Flußseite die drei Elbschlösser, wovon das rechte als Hotel geführt wird, das linke, Schloss Albrechtsberg, eine Jugendkunstschule beherbergt und somit nicht öffentlich zugänglich ist.

Bleibt nur noch das mittlere. Das Lingnerschloss mit den Lingnerterrassen. Aber davon mehr im nächsten Beitrag: Karl Lingner- das Schloss.

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