Dresden mal anders: Faszination Hellerau

Unweit der Sinnes- und reizüberflutenden Innenstadt Dresdens findet man ein idyllisches Kleinod, eine gründurchwachsene, ruhige, aber nicht protzige Gartenstadt, die Hellerau.

Würde man es nicht besser wissen, wähnte man sich wohl in einem kleinen englischen Städtchen.

Dieses Gefühl kommt nicht von ungefähr, denn die Gartenstadtgründer hatten die englische Architektur Ebenezer Howards zum Vorbild genommen.

1908 hatte der Laubegaster Möbelfabrikant Karl Schmidt die sozialreformerische Idee, Arbeit, Wohnen und Kultur zu einer Einheit zusammen zu fassen. Er schaffte damit ideale Arbeits- und Wohnbedingungen für seine Mitarbeiter. Seine Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst verlegte er ebenfalls hierher. Heute steht der alte Gebäudekomplex, der in Form einer Schraubzwinge errichtet wurde, für Events und Veranstaltungen zur Verfügung. Gegenüber, im neuen Werk, wird hochwertige Inneneinrichtung für Banken, Firmen und Kreuzfahrtschiffe gefertigt.

Richard Riemerschmidt plante den Bau der Werkstätten, dazu eine Wohnsiedlung mit Kleinstwohnhäusern für die Arbeiter, geräumigen Landhäusern, Markt, Geschäften, Wasch- und Badehaus, Praxen, Schule und Schülerwohnheim. Neben Riemerschmid gehörten Heinrich Tessenow, Hermann Muthesius und Kurt Frick, aber auch Theodor Fischer zu den renommierten Architekten, von denen in Hellerau ganze Straßenzüge oder zumindest Häuserreihen realisiert wurden. Auch Wilhelm Kreis gehört zu den Architekten dieser Siedlung, besser bekannt ist er aber als Architekt des Hygienemuseums.

Das Hellerauer Festspielhaus, von Tessenow geplant, beherbergt die Hellerauer Festspiele, weit bekannt als das „ Bayreuth der Beine“ durch den modernen Ausdruckstanz.

Schlendert man durch die beschaulichen Gassen, kann man Ruhe genießen und gleichzeitig üppige Blütenpracht und gepflegte Architektur des frühen 20.Jahrhunderts bewundern.

Ein lohnenswerter Spaziergang.

Interessante Exponate der Hellerauer Werkstätten und des Dresdner Mobiliars um 1900 sind im Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz zu finden.

Die genaue Tour für den Streifzug drei: „Hellerau- erste deutsche Gartenstadt“ gibt es als Broschüre oder online auf http://www.dvb.de/ausflugstipps

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