DTK live in Salzburg đŸ˜

Nachdem ich seit 20 Jahren Fan einer völlig verrĂŒckten Band bin, die schrĂ€ger nicht sein könnte, möchte ich euch das Live – Konzert von Dieter Thomas Kuhn und seiner Kapelle in Salzburg nicht vorenthalten.7341B2EC-857C-407F-A18F-6D8C4CBF6BDE.jpeg

Meine erste, zufĂ€llige Begegnung mit der  „singenden Föhnwelle“ war im Sternenzelt in Bad Reichenhall. 1998. Es gab noch Karten, ich hatte keine Ahnung, wer das war und was mich erwartete.

Im 6. Monat schwanger fĂŒrchtete ich zunĂ€chst, ich hĂ€tte Halluzinationen, Hormonprobleme oder eine Schwangerschaftsvergiftung.

Da turnte ein Typ mit Glitzeranzug, Schmalzlocke und Brusthaartoupet auf der BĂŒhne herum. Viele Leute waren nicht da, aber kreischende MĂ€dls warfen BH’s und Höschen auf die BĂŒhne. Höchst surreal, aber irgendwie witzig.

Was als Parodie auf den klassischen Schlager mit im fetzigerem Tempo gespielten deutschen 70er Jahre Hits vor allem von Holm, JĂŒrgens & Co begann,  begeistert auch heute noch.

„Über den Wolken“, „Tanze Samba mit mir“ und „Griechischer Wein“ – in perfektem Styling mit schillernden KostĂŒmen und genialer BĂŒhnenshow. Ein Ramazotti als Unterbrechung bei der „Kleinen Kneipe“ – der Name ist Programm.

Fans sind nicht unbedingt die, die den deutschen Schlager ernst nehmen, sondern eher jene, die lĂ€ssigen 70er Jahre Flair mögen. Und gern Spaß haben. So kommen sie auch oft bunt verkleidet im Hippie Style zu den Konzerten, mit großen Plastiksonnenblumen Schlaghosen, Plateauschuhen und Blumenketten im Haar.

Wie man sich so etwas ausdenken kann und wie alles begann, könnt ihr hier in der Badischen Zeitung nachlesen. „Mit einem gegrillten Schwein hat einst alles angefangen. Am Lagerfeuer in TĂŒbingen trafen sich vor knapp 25 Jahren Thomas Kuhn und Marc Oßwald, Kuhn spielte auf der Gitarre „Ein Bett im Kornfeld“. Aus dem einen Lied wurde eine Idee, aus Thomas wurde Dieter Thomas (in Anlehnung an den Hitparaden-Moderator) und samt Kapelle bescherte Kuhn dem deutschen Schlager ein Revival mit einer gesunden Prise Ironie“…

Kuhn versuchte sich auch als Schauspieler und drehte neben Esther Schweins , was nachher als  „schlechtester Film des Jahres“ 1995 bezeichnet wurde: „ Der Trip – Nackte Gitarre 0,5“ als Hauptdarsteller. So schlecht, dass er schon wieder gut war, auf seine Art. Es war der Versuch einer Filmkomödie auf die Flower- Power – Zeit.

Dann kam das letzte Konzert. Kuhn und Band schoren sich vor der Zugabe die langen Haare ab und beendeten die Serie des „ewig letzten Kindergeburtstags“ – wie die Events gerne bezeichnet wurden.

2000 – 2004 wechselte Kuhn in das Genre Deutschpop und bastelte am Projekt „Dreigroschenoper“.

Eine harte Zeit fĂŒr die Fans der Kunstfigur ohne die geliebten Shows, immer instrumental umrahmt mit „Musik ist Trumpf“.

FĂŒr die Zugabe tauscht die Combo den BĂŒhnenanzug gegen retrobraune JogginganzĂŒge mit  den drei gelben Streifen und angenĂ€hten roten Bommeln. Erst wenn im Hintergrund „Popcorn“ gespielt wird, ist die Show wirklich vorbei. Bei „Ti amo“ tanzen schmachtend Hippie – MĂ€dls auf der BĂŒhne.  „Sag mir quando, sag mir wann“?

Endlich: 2014 war es dann soweit. Das alte, von den Fans so geliebte und heiss herbei gesehnte Konzept bekam ein Revival.

Hieß fĂŒr mich: Flug nach Hamburg gebucht und Flashback.  Es gibt bis heute Hardcore Fans, die zig Konzerte im Jahr besuchen, diverse Fanclubs und die Facebook Gruppe „Anonyme Kuhnoholiker“.

Die Bandmitglieder…. pardon, Mitglieder der Kapelle „heißen“ – neben Kultgitarristen Howie:  Udo L., Nino G.Punkt, Demis R., Adam & Eve am Schlagzeug , Jean Pierre und  Heintje, an  der Orgel. (ĂŒbrigens im richtigen Leben  Rainer Tempel Jazz -Professor in Stuttgart)

Ich begnĂŒge mich mit den Konzerten in Salzburg und MĂŒnchen. Salzburg hat eher Clubbing Charakter, ich war schon dabei, als die Band nur vor einer Hand voll Leute gespielt hat – aber ebenso leidenschaftlich wie vor 4000 Menschen im Tollwood Zelt in MĂŒnchen. Und wahrscheinlich bei 19.000 auf der WaldbĂŒhne in Berlin.

Berlin, das fehlt mir noch. Ich hoffe, ich werde das irgendwann erleben.

Ach ja, ganz lĂ€ssig finde ich auch die CD „Tom Chicken and the big balls“. Mal ganz was anderes.

Wer nicht ĂŒberall im Mainstream unterwegs ist, sollte diesem AusnahmekĂŒnstler mal sein Ohr leihen. Er wird es nicht bereuen.

Gute Besserung, Udo und friert nicht so sehr in euren kalten Hotelbetten, liebe Combo!

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